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Schreibimpulse- Teil 2

Aktualisiert: 20. Juli 2023

Hier kommt der zweite Teil der Schreibimpulse.


Poesietherapie

Unter Poesie verstehen viele schwere Texte die kaum verständlich sind. Poesie kommt aus dem Griechischen „Poiesis“ und bedeutet Erschaffen, Hervorbringen, Bewirken. Die Poesietherapie dient der Linderung und Heilung durch den kreativen Gebrauch der Sprache. Schriftlich oder mündlich kann Sprachlosigkeit ihren Ausdruck finden, Gefühle beschrieben werden und eine neue Sichtweise gewonnen werden.

Das Zitat von Flannery O´Connor beschreibt es sehr treffend:


„Ich schreibe, weil ich nicht weiß was ich denke, bis ich lese was ich zu sagen habe“


Das Schreiben schafft Distanz zu unserem Kreisdenken- und gleichzeitig verbindet es uns mit dem was wir wirklich ausdrücken wollen. Mir persönlich hilft das Schreiben von meinen „Gedankensplittern“, das auszudrücken was ich sonst nicht auszusprechen wage.

Die Schreibtherapie findet in verschiedenen Bereichen Anwendung:


· In der Beratung

· Als Begleitung während Psychotherapeutischen Behandlungen

· Zur Stressbewältigung

· Förderung von Kommunikation und Kreativität

· In der Hospizarbeit

· Seelsorge

· Trauerbegleitung

· Supervision


Schreibimpuls- Mut zur Wahrheit:

Schreibe auf, was du immer schon aussprechen wolltest und dich noch nie getraut hast. Vielleicht ist es etwas das schon lange in dir wühlt, vielleicht ist es aber auch etwas, das dir selbst nicht bewusst war. Lass dich überraschen. „Ich wollte schon immer sagen, dass…..“


Biographisches Schreiben

Biographisches Schreiben macht so viel Unentdecktes unseres Lebens sichtbar, Erinnerungen werden geweckt und es kann eine Kraftquelle sein, neue Zugänge können entdeckt werden, eine tiefe Reflexion. Anders als bei einer normalen Biographie ist hier die chronologische Reihenfolge nicht relevant, da es um den Prozess an sich geht. Oft enthüllt sich ein roter Faden, der sich durch die ganze Lebensgeschichte zieht. In einem geführten Kreativ Schreibprozess können neue Potenziale und Qualitäten entdeckt werden.


Schreibimpuls - Walt Disney Methode

Schreib dir deinen größten Wunsch auf und lass drei Instanzen in dir schriftlich antworten. · Zweifler · Realist · Träumer

Alle drei Instanzen sind gleichwertig, niemand besser oder schlechter. Was antwortet der Zweifler auf deinen Wunsch. Was hat der Realist einzubringen, und was hat der Träumer für Ideen sie zu verwirklichen. Es ist eine hervorragende Methode auch mit unserem inneren Kind in Verbindung zu treten. Alles ist möglich.



Schreibblockaden


Oft hat man das Gefühl beim Schreiben blockiert zu sein. Es kann vielleicht am falschen Zeitpunkt liegen, aber sehr oft lassen sich kleine Blockaden ganz leicht lösen.


1.Meditation

Ein entspannter Zustand ist beim Schreiben wichtig. Zeitdruck behindern den Fluss. Hier hilft eine kurze Meditation um den Fluss zu fördern. Eine ganz einfache und wirksame Meditation ist eine Atemübung:

„Einatmend, weiß ich das ich einatme- Ausatmend, weiß ich, dass ich ausatme“

Wiederhole diesen Satz im Takt deiner Atmung.


2. Musik

Lieblingsmusik rein und ganz frei bewegen. Blockaden setzen sich auch körperlich fest, weshalb einige Lockerungsübungen viel freisetzen können.


3. Fremde Texte

Ein Buch aus dem Bücherregal nehmen, und ganz spontan eine Seite aufschlagen und darin lesen. Das gelesene birgt meist etwas das uns berührt und wieder in den Fluss bringt.


4. Bewegung

Raus in die Natur, Joggen, oder ein Spaziergang im Wald. Das aktiviert und belebt. Auch während, oder nach dem Schreiben ist die Natur ein guter Ort der Verbindung schafft in unser innerstes.


Mein Zugang zum Schreiben

Ich habe mit 10 Jahren begonnen eigene Texte zu schreiben. Ich habe die Musik meiner Lieblingszeichentrickserien genommen, und mir eigene Texte zu den Melodien ausgedacht. Es war meine eigene, kleine Welt. Meine Wünsche die darin steckten, Sehnsüchte und im Nachhinein betrachtet hab ich natürlich einiges darin verarbeitet. Ich hatte somit eine Methode für mich gefunden mit Situationen in meinem Leben umzugehen. So wurde erster Liebeskummer verarbeitet, erste Trennungen, und belastende Situationen. Seitdem ist es eine liebgewonnene Selbsthilfemethode für mich geworden.

Hier war das gute alte Tagebuch ein hilfreicher Begleiter. Heute in der modernen Form findet man statt Tagebücher persönliche Blogs in sozialen Medien. So lese ich häufig von Menschen die über ihr Leben schreiben, ihre Trauer, ihre Depressionen, Krebs und andere Erkrankungen, ja sogar Menschen die an ihrem Lebensende stehen haben Blogs in denen sie sich alles von der Seele schreiben und es mit anderen teilen. In dem Blog „Sterben mit Swag“ verarbeitete Blogger Dimi seine letzte Lebensphase.

Ich habe auch für mich entdeckt, das in Situationen der Überforderung, es für mich hilfreich ist, alle Themen die zu erledigen waren, und mich beschäftigten auf Karteikarten aufzuschreiben. So hatte ich grob alle Themen im Überblick und auf einmal schienen sie nicht mehr so überwältigend wie zuvor. Ich überlegte mir welche dieser Themen ich vielleicht sogar gänzlich streichen könnte. Ich unterteilte die Themen in:

· Was war notwendig

· Was war mir wichtig

· Was wollte ich loslassen


Kreatives Schreiben in der Lebensberatung


In der Lebensberatung widmen wir uns den gesunden Anteilen unserer Klienten und ihren Ressourcen. In der Beratung führen wir keine Therapien durch, denn eine Therapie richtet sich immer an erkrankte Personen.

Das Kreative Schreiben hat das Ziel Gedanken und Gefühlen schriftlich Ausdruck zu geben, den Wünschen und Träumen, aber auch unseren Ängsten und der Trauer. Erlebtes zu verarbeiten, Hoffnung zu schöpfen und die Verbindung zu sich selbst wiederherzustellen.


Dies kann im Einzelsetting erfolgen, oder auch in Kleingruppen.

Zu beachten ist, ob der Klient erst kürzlich etwas traumatisches erlebt hat, ob die Person schlechte Schulerfahrungen mit dem Schreiben verbindet, beispielsweise schlechte Noten, unschöne Handschrift- all das könnte zusätzlichen Stress verursachen, und die Vorstellung, dass Schreiben sogar heilsam wirken kann dringt in den Hintergrund. Wichtig ist hier die Aufklärung. Aufzuzeigen das es nicht um Leistung geht, sondern etwas ganz persönliches, das weder benotet noch bewertet wird.

So kann das Schreiben wieder als lustvoll entdeckt und die Fantasie und Kreativität als wertvolle Ressource erkannt werden.

Eine gute Möglichkeit der Selbstüberprüfung ist auch das Anlegen einer Skala 1- 10, die vor und nach dem Schreiben mit Fragen beantwortet werden können.


Als Beispiel:

Wie weit möchte ich mich auf meine Gefühlswelt einlassen? (1-10)

Wie zufrieden bin ich? (1- 10)

Inwieweit war das Schreiben heute wertvoll? (nach dem Schreiben)

Diese Fragen kannst du dich vor und nach dem Schreiben fragen und dir notieren.



In meiner Praxis lege ich meinen Schwerpunkt auf die Sterbe- und Trauerbegleitung sowie auf das Thema Spiritualität. Da dies Themen sind die mir besonders am Herzen liegen.


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